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Beim letzten Rennen 2005 auf dem Sachsenring hat mein Papa noch das Bike vom Raffi gekauft. Das hat er über den Winter komplett zerlegt, überholt, neu lackiert und einen 65er JHA Kit eingebaut. Damit kann ich dann dieses Jahr auch noch in der Sachsenmeisterschaft starten. Das ist von der Leistungsdichte die stärkste Minibikeklasse in Deutschland. Die 65er hat eine Literleistung von 280 PS und das Leistungsgewicht liegt etwa bei 6 kg pro PS. Da bewegt sich schon was vorwärts, wenn man am Kabel zieht.

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Da sich bei der Nachwuchsklasse am Ende nur 2 Fahrer eingeschrieben haben, hat der ADAC beschlossen, nur eine Serie ohne Regionalisierung auszuschreiben. D.h., alle 29 Fahrer starten in einer Klasse. Ich finde das sehr gut. Jetzt ist jeder auf der Strecke auch tatsächlich mein Gegner. 2005 sind wir meist auch alle zusammen gefahren, hatten aber dann innerhalb eines Rennens oft drei verschiedene Klassen und Wertungen.

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Rennen Faßberg (50er)

Das freie Training am Freitag haben wir leider verpasst, weil die Anreise wegen stundenlanger Staus acht Stunden gedauert hat. So hatten wir nicht viel Zeit, die passende Übersetzung herauszufinden, zumal die zwei 10-minütigen freien Trainings am Samstag nass waren. In diesen Trainings bin ich zweimal die viertbeste Zeit von 29 Teilnehmern gefahren. Im Zeittraining bin ich dann schlussendlich 5. geworden und startete deshalb aus der 2. Reihe.
Im ersten Lauf gelang mir ein guter Start und ich konnte noch einen Platz auf der Bremse bis zur ersten Kurve gutmachen. Leider ist dann auf der nächsten Geraden ein etwas übereifriger, besonders leichtgewichtiger Fahrer so stark gegen meinen Lenker gefahren, dass es mich bei Höchstgeschwindigkeit hingehauen hat. Glücklicherweise war das Bike mit Ausnahme einer verbogenen Schaltung noch fahrbereit und ich nahm das Rennen als Letzter wieder auf. Zum Schluss musste ich froh sein, als 12. noch vier Punkte einzufahren.

Auch im zweiten Lauf gelang mir ein prima Start und ich machte außenrum wieder einen Platz gut. Jetzt war ich bei der Spitzengruppe dabei und konnte das Tempo mitgehen. Jetzt wurde aber nach der 5. von 15 Runden wegen eines Unfalls abgebrochen. Der Rennleiter erklärte vor dem Neustart, dass die Zeiten der beiden Läufe dann addiert werden sollen. Damit war klar, daß ich mich nur mit äußerstem Risiko noch hätte verbessern können. Ich beschloss, nach Möglichkeit meinen vierten Platz zu halten und abzusichern. Umso größer war die Enttäuschung, als das Rennen dann plötzlich über 13 anstatt 11 Runden ging und die Zeiten doch nicht addiert wurden. Es wäre also mehr drin gewesen!

Aber die Veranstaltung hat gezeigt, dass die Lücke nach vorne nicht mehr so groß ist wie in meinem Einstiegsjahr 2005 und es möglich erscheint, ganz vorne mitzumischen.

An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an Wolfgang Dorsch für die Mühe, die er sich bei den Startübungen mit mir gegeben hat!

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Rennen Bernsgrün (50er und 65er)

Bereits in den Trainings merkte ich, dass irgend etwas mit der 50er nicht stimmte. Schon in Fassberg lief sie nicht toll, aber in Bernsgrün war es mit freiem Auge zu sehen, dass mein Bike keine Leistung hatte. Ich versuchte, das im Training durch mehr Risiko auszugleichen, aber das führte nur zu einigen Stürzen. Am Ende reichte es gerade zu einem 9. und 10. Platz. Ich war sehr enttäuscht. Zu Hause haben wir dann festgestellt, dass der Motor zu wenig Kompression hatte. Nachdem wir nun die Kolbenringe getauscht haben, ist der Druck um 1,5 bar angestiegen und es sollte beim nächsten Rennen wieder besser gehen.

Erfreulicher war der Auftakt bei den 65ern. Es war mein erstes Rennen mit diesem Bike und ich kann Euch sagen, dass das viel mehr Spaß macht als mit der 50er. Die erste Reihe habe ich leider um ein Zehntel verpasst, aber durch einen guten Start kam ich gleich hinter Markus und Flo weg. Den Flo habe ich unten im Loch noch ausgebremst, aber der Marcel Schrötter kam auch noch mit vorbei. Den konnte ich in der nächsten Kurve wieder überholen, wurde aber dann ein Opfer der ersten Regentropfen. Ich hob das Bike gleich wieder auf und hab´ die kaputte Schaltung notdürftig hingebogen, aber die Spitze war weg. Eine Honda habe ich noch gekriegt und da Flo wegen dem Nieselregen auch zu Boden musste, wurde ich am Ende 4. der Honda Wertung. Im zweiten Lauf waren dann Markus und Flo vorne weg. Ich fuhr eine Zeitlang hinter Marcel Schrötter, bis es ans Überrunden ging. Als Marcel ein bisschen aufgehalten wurde, konnte ich vorbeischlüpfen und noch Jagd auf den Luca Grünwald machen. In der letzten Runde war ich schon ziemlich nah an ihm dran, als er ein bisschen zu heftig am Griff drehte und einen Highsider hatte. Der Luftstand war beträchtlich. Ich schätze so zwei Meter werden es wohl gewesen sein. Leider blieb der Arme dann noch mitten auf der Straße liegen und ich musste stehenbleiben, um nicht über ihn drüber zu fahren. Deswegen konnte der Jascha Huber noch vorbeifahren und den letzten Platz auf dem Podest holen. Aber das Rennen hat trotzdem riesigen Spaß gemacht.

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13.6.2006 Flugplatz Meinerzhagen

Zum ersten Mal durfte ich eine echte Rennmaschine testen. Das ist sagenhaft, wie das abgeht. Erster Gang bis 120 ist noch ganz harmlos, aber dann reißt es Dich mit einer unglaublichen Gewalt vorwärts, bis im 6. Gang über 200km/h anstehen. Etwa 5 Sekunden vergehen von 100 auf 200. Und dabei hat man dann noch 5 mal geschaltet! Ich kann die nächste Saison, wenn ich damit dann Rennen fahren darf, kaum noch abwarten!

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Aschersleben - Schon im Training lief es prima. Ich schaffte zum ersten Mal den 2. Startplatz. Der erste Lauf wurde wegen mehrerer Unfälle abgebrochen und am Ende durch eine Zeitenaddition entschieden. Markus Reiterberger war zweimal Erster, ich zweimal Zweiter und so war klar, dass ich dieses Jahr zum ersten Mal auf´s Podest komme. Für den zweiten Lauf hatte ich mir vorgenommen, dieses Ergebnis zu wiederholen. Leider misslang mein Start und ich lag erstmal auf Position sechs oder sieben. Ich wollte unbedingt vermeiden, dass Markus vorne weg ist, bis ich durch den Pulk durch war. Entschlossen kämpfte ich mich in anderthalb Runden auf den zweiten Platz bis hinter Markus vor. Wir setzten uns dann zusammen vom Rest des Feldes ab. Ich wollte bis zur letzten Runde warten, um ihn vielleicht überraschen zu können. Und das gelang dann auch. Ich bremste mich nach der Gegengeraden neben ihn, zusammen durchquerten wir die Kurve. Markus konnte die Ideallinie bis zur nächsten Kurve nicht halten und fuhr sie ganz innen an. Ich ging im Eingang den weiteren Bogen und hatte deshalb am Ausgang mehr Schwung und war vorbei. Den knappen Vorsprung hielt ich dann bis zur letzten Kurve und somit stand mein erster Minibike-Sieg fest. Der Jubel war unbeschreiblich. Ich hatte auch für dieses Wochenende die schnellste 50er Zeit gefahren! Das zu wiederholen, wird vermutlich nicht so leicht, denn Markus ist ganz klar dominierend in unserer Klasse und das nächste Mal wird er auf der Hut sein.

Bei den 65ern lief es eigentlich auch ganz gut. Im Training war ich 5. und ganz optimistisch, dass es hier auch auf´s Podium reichen könnte. Im ersten Rennen wurde ich dann Vierter. Im zweiten Lauf, der auch abgebrochen und neu gestartet wurde, lag ich schon auf dem zweiten Platz, als ich Probleme mit der Schaltung bekam. Manchmal ging ein Gang nicht rein und so verzählte ich mich vor einer Kurve und ließ die Kupplung im 2. statt im 3. Gang los. Da ich schon in voller Schräglage war, blockierte das Rad und ich ging zu Boden. Eine Fußraste war ab und ich fuhr das Rennen so mit Müh und Not auf dem achten Platz zu Ende.

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Toni                     Markus                  Nico                        Luca

Löschen - Wie schon letztes Jahr herrschte in Löschen eine Wahnsinnshitze. Mit der Lederkombi an und dem Unterzeug schwitzt man den ganzen Tag. Ausziehen geht nicht, dann kommt man kaum mehr rein. Jeder versucht, sich so gut wie möglich abzukühlen, aber eigentlich nützt kaum noch was bei über 35°. Markus hat trotzdem im Training den alten Rundenrekord vom Jonas Folger ausgelöscht und das heißt schon was, weil er ja auch noch um einiges schwerer ist als Jonas.  Ich wurde zwei Zehntel hinterm Flo Dritter im Training und habe mir eine gute Platzierung ausgerechnet. Mit der 65er bin ich noch nicht ganz so sicher wie mit der 50er, aber es wird langsam. Leider hat es dann ausgerechnet 5 Minuten vor dem Start einmal kurz geregnet. Damit waren alle Pläne hinfällig. Ich stürzte bereits nach zwei Runden und konnte nicht weiterfahren. Über die Hälfte der anderen Fahrer taten es mir gleich. Allein Markus Reiterberger blieb fehlerfrei und gewann.

Zum zweiten Lauf hat es dann halb abgetrocknet. Ein tückischer Untergrund, um ein Rennen zu fahren. Trotz der trockenen Stellen muss man verdammt aufpassen, dass man keinen nassen Fleck mehr erwischt. Und von Runde zu Runde wird der Grip besser und man fährt hauptsächlich auf Verdacht immer schneller. Markus hat wieder gewonnen und ich hatte ein hartes Duell mit dem Florian Alt, das ich schließlich für mich entscheiden konnte. Mit dem 2. Platz war ich mehr als einverstanden, zumal ich davon profitierte, dass der Luca Grünwald und der Manou Grewe den Grip der Strecke etwas überschätzten und zu Boden mussten. Das war also im dritten Anlauf mein erstes Podium mit der 65er!

29.-30.7 - Brünn - Da die Sommerpause bei den Minibikes so lange dauert, haben wir beschlossen, dass ich in Brünn noch einmal auf der 125er fahren darf. Es gab dort ein international offenes Rennen, bei dem ich zunächst nur die Trainings fahren sollte. Wenn ich dann einigermaßen mitkomme und kein Verkehrshindernis sein sollte, könne ich auch am Rennen teilnehmen, meinten meine Eltern. Ich war im Training Achter und bekam die Erlaubnis. Im Rennen lief es dann ganz gut. Ich kam so einigermaßen vom Start weg und überholte einige Fahrer in den ersten Runden. Mitte des Rennens bekam ich das Signal P3 + 6, dann plus 8 und schließlich +11. Ich beschloss, nun kein Risiko mehr einzugehen und den sicheren 3. Platz nach Hause zu fahren. Es wäre noch um einiges schneller gegangen, wenn unser Fahrwerk nicht so unruhig gewesen wäre. Aber das

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lag wohl auch daran, dass ich im Rennen viel schneller gefahren bin als im Training. Für nächstes Jahr sollten wir das aber hinbekommen. Also, der weite Weg nach Brünn hat sich für uns wirklich gelohnt und ich freue mich riesig auf die nächste Saison.

Wildbergerhütte - Mein Heimrennen. Wir haben in den Ferien ein paarmal auf der Bahn trainiert. Blöderweise ist sie nicht besonders schwierig und bevorzugt die leichteren Fahrer wie Manou, Toni und Luca ein bisschen. Es gibt keine flüssigen Kurven, in denen ich Zeit gutmachen kann. Nur beschleunigen und bremsen. So musste ich trotz aller Anstrengung am Ende mit einem 3. und einem 4. Platz zufrieden sein. Der Zweite Lauf musste dreimal gestartet werden. Einmal war ich selber für einen Abbruch verantwortlich, weil ich den Toni gegen den Tobias geschubst habe. Tobi und ich haben dann die Strecke blockiert und für Tobi musste sogar der Krankenwagen kommen. Es tat mir sehr leid für ihn, weil er wegen der Prellung am zweiten Lauf nicht mehr teilnehmen konnte.

Geesthacht - Eine meiner Lieblingsstrecken. Und dann regnet es fast die ganze Zeit. Seit ich mehrere Abflüge im Regen hatte, habe ich das Vertrauen ein bisschen verloren gehabt. In den Trainings fuhr ich deshalb sehr dezent. Einmal wurde es kurz trocken. Das reichte dann für den 5. Startplatz. Vor dem ersten Lauf hat es dann noch einmal kräftig geregnet und wir haben das Bike wieder auf Regen zurückgebaut. Ich kam mit der Spitze weg und hielt mich am Anfang ein bisschen raus. In der letzten Runde habe ich dann noch Kevin Hanus und Luca Grünwald überholt und bin 3. geworden. Dass ich knapp hinter Kevin die zweitschnellste Rennrunde gedreht habe, hat gezeigt, dass es auch im Regen noch geht. Vor dem 2. Lauf hat es dann komplett abgetrocknet und die Sonne ist rausgekommen. Also haben wir das Bike wieder auf trocken umgebaut. Ich glaube, es war der vierte Wechsel bei der Abstimmung und er war wieder falsch. Als es zu spät zum Umbauen war, kam wieder eine fette Wolke über den Wald und hat uns am Vorstart abgeduscht. Uns war klar, dass ich jetzt mit meiner langen Übersetzung keine Chance mehr hatte. Nach der ersten Runde war ich zwar noch 4., aber dann wurde ich immer weiter durchgereicht und am Schluss als 8. gewertet. Ich war zwar sauer, aber auch happy darüber, daß ich gesehen habe, dass ich auch im Regen wieder vorne dabei bin.

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Inzwischen wurde bekannt, dass Markus Reiterberger für den KTM Rookies Cup aus weltweit 1100 Teilnehmern ausgesucht wurde. Wir haben uns alle sehr für ihn gefreut, weil er wirklich sauschnell und sehr konstant ist. Schön auch für uns zu sehen, welch hohes Niveau die Minibike-Meisterschaft inzwischen hat, da die ersten drei oder vier ja ziemlich nahe an ihm dran sind und ihn sogar das eine oder andere Mal besiegen konnten. Mir gelang es leider gegen Ende des Jahres nicht mehr, den leichten Fahrern wie Luca und Manou Paroli zu bieten. In Wackersdorf habe ich es im ersten Lauf noch einmal ernsthaft versucht. Aber jedesmal haben sie mir auf der langen Geraden  bis oben zum Bremspunkt ins Infield 15 Meter abgenommen. Wenn du einen von den beiden überholst, dann warten sie, bis zum nächsten Mal die Zielgerade kommt und fahren einfach vor. Na ja, vier Runden konnte ich das Loch immer wieder zufahren. Dann kam unweigerlich der Sturz und mein dritter Platz in der Meisterschaft war weg. Aber ich hätte ihn auch so verloren. Am Sachsenring konnte wegen dem langen Bergaufstück noch nicht einmal Markus was gegen die Beiden ausrichten.

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Auf dem Sachsenring wurde nach dem letzten Lauf alle Bikes der Top 6 auf einen Prüfstand gestellt. Hier die Ergebnisse:

Sebastian Stoll             8,3 PS

Manou Grewe               8,1 PS

Luca Grünwald              8,0 PS

Kevin Hanus                 8,0 PS

Markus Reiterberger     7,9 PS

und wir hatten              7,8 PS

Das scheint zwar Serienstreuung zu sein, aber es ist schon bedauerlich, dass ausgerechnet die drei Leichtesten auch noch die besten Motoren hatten. Ein Dragster-Fahrer hat uns auf seinem Computerprogramm mal ausgerechnet, dass 5kg weniger Gewicht bei einem Minibike mit 8 PS beim Beschleunigen so viel ausmachen wie 1,0 Mehr-PS. Ich bin also das ganze Jahr mit ungefähr 1,5 PS weniger als der Luca, der Manou und der Stolli unterwegs gewesen. Das unterstreicht aber auch die tolle Leistung von Markus, der fast das gleiche wie ich wiegt und die Meisterschaft dominiert hat.

Trotzdem - alles in allem eine tolle Saison. Ich weiß, dass ich zu den schnellsten deutschen Nachwuchsfahrern gehöre und jeden schlagen kann. Jetzt kann ich, wie immer um diese Zeit, das nächste Jahr - dann mit der 125er kaum abwarten.

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      Manou                     Markus                            und ich

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Saisonbilanz: Ein Sieg, 8 Podestplätze

4. Platz in der 50ccm ADAC Minibikemeisterschaft

3. Platz in der 65ccm Sachsenmeisterschaft - HRC Wertung

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