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Eurospeedway 13.-15. Juni - Angeblich ist die Lausitz ja die trockenste Gegend in Deutschland. Nur jedes Jahr wenn ich hinkomme, schüttet es aus Eimern. Dieser seltsame Sommer fällt uns dieses Jahr auf den Kopf. Weil das Geld ein bißchen knapp ist, fahren wir diese Saison keine Trainings und nur eine Meisterschaft (DMSB-Pokal). Dadurch sitze ich nur alle fünf bis sechs Wochen auf dem Bike und das ist einfach zu wenig. Jetzt hätte ich den ganzen Freitag freies Training fahren können, aber da hat der Himmel seine Schleusen aufgemacht und ich bin nur im Regen rumgerollt. Der letzte Heat um halb fünf war dann trocken und da bin ich in der letzten Runde bei Halbgas runtergeflogen, weil ich über irgend etwas auf der Strecke gefahren bin, das ein anderer Fahrer verloren hatte. Drei Stunden Arbeit für die Schrauber und über 500 Euro Schaden. Der alte Spruch: “Wenn du kein Glück hast, kommt auch noch Pech dazu” traf für dieses Wochenende wieder voll zu. Die Trainings am Samstag waren dann trocken und ich bin auf den zweiten Platz gefahren. Gegen “Flo” Alt auf Pole hatte ich aber keine Chance. Der ist hier vor ein paar Wochen schonmal gefahren und man merkt, daß er sehr viel trainiert hat. Als wir uns dann zum Rennen aufgestellt haben, begann das Chaos aber erst wirklich. Aus heiterem Himmel vielen die ersten Tropfen. Die Rennleitung wollte das nun schnell zum Regenrennen (alle hatten Slicks drauf) erklären, aber da hat keiner mitgemacht. Alle sind zurück zum Reifenwechseln. Wir waren gerade am Zelt, da hat es aufgehört, die Sonne kam raus und der Boden wurde schneller trocken als das Regenrad hinten ins Bike kam. Also Kommando zurück, Slick wieder rein. Gleichzeitig kam die Lautsprecherdurchsage, daß die Boxengasse nur noch 1 Minute offen ist. Ich mit den Slicks also schnell raus auf die Strecke zur Besichtigungsrunde. Es hatten aber nur sieben Fahrer geschafft überhaupt rauszukommen, bis die Boxengasse zu war. Ich bin gerade halb um die Strecke, da setzt auf einen Schlag ein tierisches Gewitter ein. Das kenne ich nur so von der Lausitz. Da scheint über dir die Sonne und gleichzeitig hagelt es. Was soll ich sagen - ich hab wieder dagelegen. Gottseidank war kein Kratzer am Bike und ich bin im Schrittempo zurückgerollt. Jetzt wurde auch abgebrochen, weil Fahren für eine dreiviertel Stunde unmöglich war. Verschiedene Zelte flogen im Sturm durchs Fahrerlager und das Wasser stand teilweise knöcheltief. Meine Kombi war patschnaß aber ich konnte sie nicht ausziehen, weil sie eh zu klein ist und ich nie wieder reingekommen wäre. Unser 1.Lauf wurde um 3 Stunden verschoben und - oh Wunder - bis dahin war es wieder trocken. Nur ich nicht. Egal - der Start war gut und ich hab´ mich drei Runden mit dem Feldle um den zweiten Platz gestritten. Dann schien alles klar und ich fuhr so ungefähr 50 Meter weg. Den Vorsprung habe ich dann bis in die letzte Runde kontrolliert. Leider bin ich da an der blödesten Stelle auf einen Überrundeten aufgelaufen der mich durchs ganze S blockiert hat und der Feldle hat mich wieder geschnappt. Auf dem Zielstrich haben mir dann 35 Tausenstel zum 2. Platz gefehlt. Ich war tierisch angefressen. Zum 2. Lauf hat es dann wieder angefangen zu regnen und ich hatte nicht mehr die geringste Lust zum Fahren. Da ich aber die Punkte mitnehmen wollte, musste ich raus. Ich fuhr pro Runde 7 Sekunden langsamer als im freien nassen Training am Freitag und wurde trotzdem Zweiter hinter dem Eric Keller. Wir kamen beide noch vor der ersten 250er ins Ziel, die wieder mal mit uns zusammen gefahren sind. Das einzig gute an diesem Wochenende war, dass mein Motor anscheinend wieder einigermaßen läuft. Das tauschen der Kurbelwelle hat wohl doch etwas geholfen. Auf zum Nächsten! |
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Oschersleben 18.-20. Juli - Endlich war der Freitag mal trocken und ich konnte wieder ausgiebig trainieren. Die 200km haben richtig gut getan. Das nasse freie Training am Samstagmorgen habe ich ausgelassen, weil der Wetterbericht “trocken” prognostizierte. Als es dann im ersten Zeittraining doch noch naß war, bin ich vorsichtig ein bißchen rumgerollt. Trotzdem war das die drittbeste Zeit. Vor dem 2. Zeittraining wars dann trocken, aber gerade als die Ersten losfuhren hat es zu tröpfeln begonnen. Jetzt haben wir versucht zu pokern und Regenräder montiert. Das war aber die falsche Entscheidung da es wieder aufhörte. Also schnell die Slicks wieder rein und auf die Strecke. Kostbare Zeit war verlorengegangen. Ich erwischte keine freie Runde mehr und konnte das Bike “nur” auf P2 stellen. O.k. Erste Reihe reicht auch. Ich wusste ja, daß es noch viel schneller ging. Das erste Rennen wurde dann aber eine Überraschung. Der holländische Testfahrer Patrick Waarsenburg, der mitfuhr und den 125er Kit für He-Ja Motortechnics weiterentwickelt, legte ein Höllentempo vor. Ich konnte auf der letzten Rille mitgehen, aber überholen war nicht drin. Sein Bike war auf der Geraden einfach zu schnell. Wir setzten uns über 6 Sekunden vom Rest des Feldes ab, als die Überrundungen begannen und ich ein paarmal nicht mit durch kam. Irgendwann war er entwischt und ich kontrollierte den Vorsprung nach hinten bis zwei Runden vor Schluß. Dann bin ich auf eine von den 250ern, die 20 Sekunden vor uns gestartet waren aufgelaufen. Der hat mich den ganzen Vorsprung auf Florian Alt gekostet und so war ich am Ende froh, mit 35 Tausendsteln vor ihm als Zweiter reinzukommen. Das zweite Rennen sollte noch mehr Spaß machen. Der Holländer, Flo und ich fuhren bis in die letzte Runde Rad an Rad. Jeder lag mal vorne, aber es war schwierig gegen die Mehrleistung von Patrick ein Mittel zu finden. Flo bremste sich beim letzten Durchgang Ende Start-Ziel an mir vorbei und ich war Dritter. Am Ende der Gegengeraden sind wir zu dritt wieder auf eine 250er aufgelaufen. Patrick überholte innen, Flo und ich versuchten es außen auf den Kerbs. Flo kam gerade noch durch, mich hat er nicht mehr gesehen und rausgedrückt. Ich musste in die Wiese und hatte Glück im Sattel zu bleiben. Das Rennen beendete ich dann als Dritter. Aber die Zeit war richtig gut. Meine beste Runde war eine Sekunde schneller als im letzten Jahr. |
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Schleiz 2./3. August - Wir fahren bei der IDM als Gastklasse mit. Flo und ich kämpfen in beiden Rennen von der ersten bis zur letzten Runde. Wir berühren uns dabei mehrfach, aber jeder lässt dem anderen genug Platz zum Leben. Leider sehen das einige von den 250er Fahrern anders und beide Rennen werden am Ende nicht von Flo und mir entschieden sondern von Fahrern die gar nicht unsere Gegner sind. Besonders der zweite Lauf war ein absoluter Witz. 9 Runden lang fährt der Elsässer auf seiner 250er hinter uns beiden her und mischt sich nicht ein. Er hat nach vorne und hinten zu seinen direkten Gegnern 10 Sekunden Abstand. 8 Minuten vor Rennschluß fährt er plötzlich zwischen uns rum. Flo und ich müssen unglaubliche Risiken eingehen, um beim Bremsen oder in den Kurven aussenrum an ihm vorbei zu fahren. Zwei Runden vor Schluß habe ich 20m Vorsprung auf Flo rausgefahren, als Elsässer wieder bei Sart Ziel an mir vorbei fährt und viel zu früh bremst. Ich wäre ihm fast hinten rein gefahren und verliere meinen ganzen Schwung. Zum Buchhübel hoch kassiert mich der Florian dann auch schon wieder und geht mit letztem Risiko den Berg runter am Elsässer vorbei. Ich versuch´s in der engen Links aussenrum und bin schon fast durch, da quetscht mich der ..... (ich schreib´s jetzt nicht hier hin, weil es eine Beleidigung ist) gegen den Fahrbahnrand und ich muß zudrehen. Da fällt mir wirklich nichts mehr ein. Wir kämpfen das ganze Rennen beinhart um den Sieg und dann macht so ein 250er Backmarker der nach vorne und hinten Platz ohne Ende hat, unser Rennen kaputt und entscheidet die Meisterschaft. Jedenfalls blockiert er mich noch eineinhalb Runden lang und ich komme 100m hinter Flo ins Ziel. Wir waren alle so sauer, daß wir auf der Stelle beschlossen haben, nie wieder an einem 125er Rennen teilzunehmen, bei dem 250er mitfahren. Es hat sich das ganze Jahr über gezeigt, daß die dem Problem gegenüber völlig uneinsichtig sind. Und wenn du mit einer 125er, eine, von der Rundenzeit her, etwa gleich schnelle 250er überholen willst, musst du verdammt viel riskieren. Wenn du gegen den allerdings Rennen fährst, wird´s richtig gefährlich. |
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Hockenheim 5.-7. September - Papa hat meine Lizenz umschreiben lassen und mich für´s IDM Finale in Hockenheim angemeldet. Einfach nur um das Jahr gut ausklingen zu lassen. Dass ich mit meinem Bike keine Chance auf vordere Plätze haben würde, war von Anfang an klar. Ich hab´ mich aber rießig gefreut, gegen die Freunde von 2007, die alle in die IDM aufgestiegen sind, nochmal fahren zu können. Alex Flammer, Maxi Ernst und der Kevin Wunderling - alle waren da und es hat auch neben der Strecke viel Spaß gemacht. Wir haben uns schon ausführlich über den Yamaha-R6-Dunlop-Cup informiert, in dem ich nächstes Jahr unbedingt fahren will. Z.Zt. mache ich fast jeden Tag Krafttraining, damit mir nächstes Jahr in den Rennen nicht die Arme runterfallen. Die 125er wurde inzwischen verkauft und in ein paar Tagen bekomme ich eine R6 um damit im Winter schon mal üben zu können. |
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Saisonbilanz: 4 zweite Plätze, 2 dritte Plätze 2. Platz Mittelrheinmeisterschaft Strassenrennsport, 3. Platz DMSB-Zweitaktpokal bis 125ccm (nur 6 von 10 Rennen mitgefahren) |
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