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 125er 2007
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Daß keiner glaubt Rennfahrer haben im Winter nix zu tun! Nein - die Planungen und Vorbereitungen für die neue Saison laufen auf Hochtouren. Kürzlich waren wir bei Hans Becker auf dem Prüfstand und haben die 125er gemessen. Auf der Rolle sahen wir dann zufällig, was vermutlich mein Fahrwerk in Brünn so rappeln ließ. Die hintere Felge hatte 3,5mm Seitenschlag! Hans, der uns auch bei der Abstimmung der Gabel geholfen hat, hatte gottseidank noch eine Felge rumliegen, die wir inzwischen mit den Verkleidungsteilen zusammen neu lackiert haben. Die 125er kriegt gerade das gleiche Design, wie schon meine Pocket Bikes und die Minibikes.

Auf Dezember freue ich mich! Wie wir vom ADAC erfuhren bekomme ich das goldene Jugendsportabzeichen bei der Meisterehrung verliehen. Außerdem ist im Dezember noch der Konditionslehrgang vom DMSB. Da treffe ich in Frankfurt dann den Celly Schrötter, den Ecki und die Anderen aus dem Förderkader. Außerdem fahren wir am 25.12. Richtung Spanien. Doc Scholl veranstaltet dort in Calafat ein Renntraining an dem ich teinehmen möchte.

Bis dahin gibt es aber noch viel zu Schrauben. Die 125er ist komplett zerlegt worden. Der Motor wird durchgesehen und neu gelagert. Dann müssen wir uns auch noch überlegen, wo wir das Zusatzgewicht anschrauben, das im DMSB-Pokal vorgeschrieben ist. Eigentlich finde ich das nicht ganz gerecht. Seit ich Pocket Bike fahre, waren meine härtesten Gegner (Flo Alt, Tobi Blinten, Manou Grewe, Luca Grünwald) immer deutlich leichter als ich. Nun hätte ich endlich mal den Vorteil, daß ich nur 42kg wiege und schon schreibt das Reglement Zusatzgewicht für leichte Fahrer vor. Vielleicht ist es aber besser so. Dann kann keiner den ich schlage sagen, daß das bloss wegen dem Gewicht war!

Calafat06

Am 25.12. sind wir zum Trainieren nach Spanien gefahren. Wir haben uns dem Renntraining von Doc Scholl angeschlossen. Das Training ist super organisiert. Kann ich jedem nur empfehlen. Ich bin gleich gut reingekommen und konnte ganz brauchbare Rundenzeiten fahren. Das überarbeitete Fahrwerk hat viel besser funktioniert als in Brünn und ich hatte bis zum Grenzbereich viel Vertrauen. Dann hab´ ich´s dann ein bißchen übertrieben und hatte einen Highsider. Da die Bremse vorne von der Gabel weggebrochen war, mussten wir einpacken. Trotz meiner Prellungen war ich ziemlich angefressen, dass ich nicht bis zu Ende fahren konnte. So fehlt mir wertvolles Training. Aber Ostern haben wir schon Barcelona gebucht und ich hoffe, dass ich dann dort einiges nachholen kann. Aber immerhin haben mir die Kilometer in Calafat gezeigt, dass ich keine Probleme mit der 125er habe. Jetzt übe ich erstmal auf der Playstation bis es weitergeht.

Endlich geht die Saison los. Am 5.4. sind wir zum Training nach Barcelona gestartet. Dort habe ich 3 Tage mit Speer Racing trainiert. Von da aus sind wir nach Brünn weitergefahren um das erste Saisonrennen zu bestreiten. Im Training hatten wir noch ein paar Probleme mit Aussetzern und meiner Sitzposition.

Brno74_07

Aber zum Rennen am 15.4. hat dann alles prima gepasst. Nach einem harten Kampf mit Maximilian Ernst, den ich in der letzten Runde niederringen konnte habe ich mein erstes 125er Rennen gewonnen. Das war ein toller Lohn für die 4200km die wir auf dieser Marathontour in unserem Transporter abgerissen haben.

11.-13.5 Über 20000 Zuschauer waren zur ältesten Naturrennstrecke Deutschlands, im thüringischen Schleiz gereist, um die Läufe zur Seitenwagen Weltmeisterschaft, der Schweizer Solomeisterschaft und den Deutschen Pokalläufen zu sehen. Zum ersten Mal also, dass ich in meiner Karriere vor großem Puplikum antrat. Wegen der vergleichsweise engen Strecke und den vielen Vollgaskurven gilt sie als echte Mutstrecke im Kalender. Deshalb war es nicht eben von Vorteil, dass während der Trainings am Freitag und Samstag Sturmwarnung angesagt war und ständig starke Windböen bliesen. Wegen der vielen Teilnehmer waren die drei Qualifikationen nur jeweils 20 Minuten lang und mein Papa hatte mir den Rat mit auf den Weg gegeben, nur wenig zu riskieren und die Trainings ausschließlich dafür zu nutzen die Strecke zu lernen und mir Brems- und Orientierungspunkte einzuprägen. Startplatz fünf in der zweiten Reihe war unter diesen Bedingungen durchaus akzeptabel, wenn man bedenkt, dass der Trainingsschnellste seinen Mut mit einem Highspeed Sturz bezahlen musste. Er war von einer der tückischen Böen bei etwa 160km/h einfach von der Strecke geblasen worden. Am Rennsonntag präsentierte sich das Wetter aber von seiner besten Seite. Wir fanden tadellose Bedingungen für ein reguläres Rennen vor. Mein Plan, nach einem guten Start mit der Spitze abzuhauen, ging leider nicht auf. Ich kam schlecht weg und viel auf Position 8 zurück. Bis ich mich dann nach 2 Runden vorgearbeitet hatte waren die Schnellsten schon auf und davon. Wie vor zwei Wochen in Brünn kämpfte ich rundenlang mit Max Ernst bis ich mir einen Vorsprung von etwa 50 Metern herausgefahren hatte. Dann passierte es. In der langsamsten Kurve, die im ersten Gang bei ca. 50km/h zum Herausbeschleunigen den Einsatz der Kupplung erfordert, ließ ich den Hebel etwas zu schnell kommen und prompt schmierte das Hinterrad weg und ich hatte einen Highsider. Zum Glück habe ich jetzt die Sturzprotektoren von Steve Patrickson am Bike. Aber bis ich das Bike wieder aufgehoben hatte und weiterfahren konnte war ich auf die 10. Stelle zurückgefallen. Mit gehörig Wut im Bauch über meinen Fehler und die verschenkten Punkte, schaffte ich es aber noch auf den 8. Platz vorzufahren bevor er abgewunken wurde. Gewonnen hat das Rennen der frühere Grand Prix Fahrer René Dünki aus der Schweiz vor dem Passauer Hans Passberger und Karsten Voigt aus Burgstätt. Zur schnellsten Runde von René fehlten mir knappe 2 Sekunden. Damit konnte ich trotz allem zufrieden sein. Manchmal geht ein Schritt rückwärts doch nach vorne!

Schleiz5-07

Max und ich in Schleiz. Danke für das Foto Max!

26.-28.5. Lausitzring sollte echt Sch... werden. Es fing schon damit an, daß wir im Pfingstverkehr 10 Stunden für die 600km brauchten. Im ersten Zeittraining erwischte ich dann nicht eine einzige freie Runde und stand auf dem 17. Startplatz. Der sollte es dann auch bleiben, weil es im zweiten geregnet hat. Der Start war o.k. und ich begann mich vorzuarbeiten nach 5 Runden war ich Siebter, musste mich aber dauernd mit einem 250er Fahrer rumschlagen (bei der IG-Königsklasse  fahren ja alle in einem Lauf) der mich auf jeder Geraden überholte und in den Kurven im Weg stand. Ende Start-Ziel bremste ich dann extrem spät, um an ihm und Paßberger auf einmal vorbei zu kommen. Ich kam aber nicht auf gleiche Höhe und so konnte er mich nicht sehen und lenkte ein. Um ihn nicht vom Bike zu holen, überbremste ich und rutschte dann 50m in die Auslaufzone. Der Killschalter ging kaputt und das Motorrad war nicht mehr zu starten. Der zweite Lauf viel dann der Sintflut zum Opfer. Null Punkte waren das Ergebnis dieses Wochenendes.

Lausitzring07

8.-10.6. Umso motivierter war ich für den Lauf in Schleiz. Dort hatte ich mich vor einigen Wochen unter Wert verkauft. Obwohl mir bis jetzt jede Strecke gefallen hat, habe ich diese nun zu meiner Lieblingspiste erkoren. Diese ultraschnellen Vollgaskurven Berg rauf und runter machen irrsinnigen Spaß. Im Training war ich Schnellster aus der Meisterschaft mit fast zwei Sekunden Vorsprung auf Chris Schönberger. Nur der Gastfahrer Marcel Schrötter der mit seinem “Semi Werksmotorrad” von Sepp Schlögl für den IDM Lauf hier trainierte, war noch schneller. Im Warm Up passierte dann eine kleine Katastrophe. Mein besserer Motor, mit dem kurzen ersten Gang, ging wegen Kolbenringbruchs fest. Wir mussten den Reservemotor einbauen. Der zieht allerdings keinen Hering vom Teller, weil er Honda Standard von 1998 ist und einen langen ersten Gang drin hat. Das Gegenteil von dem was du in Schleiz brauchst. Als es dann 15 Minuten vor Rennbeginn wieder anfing aus Kübeln zu gießen, war meine Laune endgültig beim Teufel. Ich bin mit der 125er noch nicht einen Meter im Regen gefahren. Gottseidank hatten sich wenigstens die IG-Königsklasse Verantwortlichen entschlossen nun die 250er 30 Sekunden vor den 125er Fahrern starten zu lassen. Als unsere Ampel ausging und ich los wollte passierte wegen der ungewohnten Kupplung und dem langen ersten Gang gar nix. Ich erreichte die erste Kurve als Vorletzter. Nach einer Runde war ich Neunter und es ging langsam. Ich merkte, daß die Reifen guten Grip aufbauten und pflügte durchs Feld. Nach vier Runden war ich 3. und sah Max und Chris etwa 200 Meter vor mir. Da noch ein bißchen Zeit war, machte ich mich daran die Lücke zu schließen und erreichte die beiden drei Runden vor Schluß. Jetzt wurde es richtig unterhaltsam. Wir überholten uns mehrfach und es gelang mir auch in Führung zu gehen. Aber jedesmal, wenn wir an die langsamste Stelle der Strecke kamen, wo man die Kupplung zum rausbeschleunigen braucht, stand ich mit meinem langen Ersten auf verlorenem Posten. Die beiden beschleunigten mich nach belieben in dieser Ecke aus. Ich bremste mich noch ein paar Mal vorbei und kam schließlich 2 Zehntel hinter Chris als zweiter ins Ziel. Zum Trost blieb mir allerdings die schnellste Rennrunde.  

Schleiz6-07b1

Von Oschersleben und Schleiz gibt es leider nicht viel Positives zu vermelden. In Oschersleben hat es das ganze Wochenende aus Kübeln gegossen. Die Pole habe ich um 3/10 verpasst und stand auf Startplatz 2 neben Max. Er hatte einen besseren  Start und es ist erst mal eine Lücke von 100m zwischen uns gewesen. Die konnte ich so nach und nach zufahren. Als ich an ihm dran war und gerade attackieren wollte liefen wir auf den ersten der 250er Fahrer auf, die 30 Sekunden vor uns gestartet waren. Er sah Max innen, machte auf und verlangsamte. Ich wollte gerade aussen an beiden vorbei und musste in Schräglage im Regen nochmal bremsen, weil meine Linie ja nun zu war. Das schaffte der Reifen dann aber nicht mehr und ich landete im Kiesbett. Ich sah wirklich aus wie eine Sau und das Motorrad ebenfalls. Die Bremspumpe, die Verkleidung und so einiges mehr waren kaputt. Im zweiten Lauf ließ ich es ruhig angehen, weil ich unbedingt ins Ziel kommen wollte. So wurde ich dann Fünfter.

In Schleiz hatten wir in allen Trainings Motoraussetzer. Vermutlich noch wegen dem Wasser oder dem Sturz in Oschersleben. Ohne die wirklich tolle Hilfe von Jörg Seel, der uns ein Bauteil nach dem anderen ausgeliehen hat, hätten wir es bis zum Rennen kaum aussortieren können. Ich schaffte in beiden Zeittrainings nur 10 Runden stand aber trotzdem noch auf dem dritten Startplatz. In der Einführungsrunde merkte ich, daß die Aussetzer endlich weg waren und rollte zuversichtlich auf die letzte Schikane vor Start und Ziel zu. Doch da fuhr mir ein etwas übermotivierter Fahrer von hinten an meinen Lenker und beförderte mich aus dem Sattel noch bevor es überhaupt los gegangen war. Der Kupplungshebel war abgebrochen und ich durfte zuschauen wie das Feld ohne mich abfuhr. Seit ich Rennen fahre war ich nie so enttäuscht. Selbst der neue Uvex-Helm den mir Anke Wieczorek mitgebracht hatte, war da nur ein schwacher Trost. Aber jetzt kann es nur noch aufwärts gehen.

Nico&Max1

Das Dauerduell der Saison !

Dahlemer Binz sollte mit das Anstrengendste werden, was ich je erlebt habe. Da wir in beiden Klassen - DMSB-Pokal und IGKK - genannt hatten waren am Freitag 6 Trainings und am Samstag 4 Rennen zu bestreiten. Nachdem ich den Trick raushatte, wie man auf einem Flugplatzkurs fahren muß, konnte ich das Bike im DMSB Pokal auf den besten Startplatz und in der IG-Königsklasse auf den zweiten Startplatz stellen. Am Freitag Abend hatte ich schon die ersten Blasen in den Handflächen und so sollte der Samstag ziemlich schmerzhaft werden.

Im ersten Rennen haben haben sich der Maxi Ernst und ich so lange beharkt, bis er abgeflogen ist. Danach kam dann noch in der letzten Runde der Rene Dünki vorbei. Ich konnte seinen Angriff aber kontern weil ich schneller auf die Zielgerade rausbeschleunigte und so durfte ich nach langer Pause wieder einen Sieg feiern.

Im ersten IGKK-Lauf hab´ ich mich mit Maximilian wieder bis kurz vor Schluss um den Sieg duelliert. Als es dann in die entscheidende Phase ging, hat es mich auf einer Bodenwelle ausgehoben und mein Hinterrad fing an zu schlingern. Ich habe den Einlenkpunkt von der Schikane verpasst, bin über den Abweiser gefahren und ins Gras geflogen. Sofort waren die Sanitäter da, haben mich mit einer Halskrause auf eine Bahre gelegt und wollten mich nach Schleiden ins Krankenhaus verfrachten. Damit war ich aber gar nicht einverstanden, weil wir ja noch zwei Rennen hatten. Nachdem ich ihnen glaubhaft versichern konnte, daß ich fahrtüchtig war, haben sie mich laufen lassen und Paps hat es in einer dreiviertel Stunde geschafft, die Kiste wieder startklar zu machen. Jetzt haben mir nicht nur die immer größer werdenden Blasen an den Händen und Fingern sauweh getan, sondern auch noch die Prellungen. Der Start vom zweiten DMSB-Lauf war nicht so gut und so war Max vorne schon außer Reichweite. Ich bin also wieder dem Rene in die Hände gefallen. Nachdem er mich überholt hatte, habe ich ihn mir eine zeitlang angeschaut. Im Training dreht er ja immer den Hahn zu, wenn einer hinter ihm ist. Ganz der alte Grand Prix Fahrer! Dabei habe ich gesehen, dass er in zwei Schikanen besser fuhr als ich. In einer waren wir etwa gleich. Dafür war ich in den 180° Kehren besser. Ich hätte ihn davor auf der Bremse packen können aber am Einfachsten war es, ihn Richtung Ziel auszubeschleunigen. Das hab´ ich dann auch gemacht und dann hab´ ich ein paar Runden richtig Gas gegeben und bin weggefahren. So kam ich dann auf dem zweiten Platz rein. Richtig Horror hatte ich vor dem letzten IGKK Lauf. Meine Blasen in den Handtellern waren inzwischen so groß wie ein 2 Euronen Stück und aufgeplatzt. Ich konnte den Lenker kaum noch festhalten und so hatte ich keine Chance gegen Max. Ich hab´s auch gar nicht probiert, sondern habe nur meinen zweiten Platz nach hinten abgesichert. So, hoffentlich heilen die Blasen bis Mittwoch zur  Red Bull Rookies Sichtung ab. Auf diesen Event freu´ ich mich schon das ganze Jahr. Mal gucken was dabei rauskommt!

Sektdusche

Meine erste Sektdusche!

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Da die Saison bisher gut verlaufen ist durfte ich erstmals eine 600er testen. Als Instruktor hatte ich keinen geringeren als Steve Jenkner. Da konnte ich dann sehen, was es noch zu lernen gibt. Es war einfach unglaublich wie Steve Runde für Runde zentimetergenau seine Linie gefahren ist. Anschließend hat er mir dann Videos gezeigt wo ich teilweise rumgeeiert bin. Am Schluß des Tages war er aber, glaube ich, einigermassen zufrieden mit mir. Jedenfalls hat es mir sehr viel gebracht, mal mit einem Profi zu fahren. Ist halt doch was anderes, als wenn man sich alles selber beibringen muß.

Jetzt geht alles Schlag auf Schlag. Vier Tage nach dem Rennen in Dahlem war der erste Teil der Red Bull Rookies Cup Selektion für 2008. Wir hatten uns schon vor ein paar Monaten angemeldet, weil ich sowas einfach mal mitmachen wollte. Nach dem was wir von der letztjährigen Selektion gehört hatten, waren wir sehr überrascht. Alles war super organisiert. Dieses Jahr waren nur 50 Fahrer aus der ganzen Welt eingeladen und so hatte jeder, der dabei sein durfte, mehrfach die Gelegenheit sein Können zu zeigen. Den ersten Lauf brauchten wir um uns an die 125er Metrakits zu gewöhnen. Danach musste man Gas geben was das Zeug hielt, weil am 2. Tag schon einige nicht mehr dabei sein sollten. Leider hat bei meinem Bike in diesem Durchgang der Drehzahlmesser nicht funktioniert. So war es schwierig aber nicht unmöglich. Ich war happy als ich erfuhr, daß ich am 2. Tag nochmal fahren durfte. Da hatte dann jeder noch einmal 25 Minuten Zeit und es lief hervorragend. Ich konnte mich um 2 Sekunden steigern war und insgesamt Viertschnellster. Deshalb sind wir zuversichtlich nach Hause gefahren. In der Woche darauf kam dann die Email von Red Bull, daß ich mich fürs Finale im November in Frankreich qualifiziert habe. Wir haben uns saumäßig gefreut!

Rookies57

Hier sind die offiziellen Zeiten der 36 Fahrer, die am zweiten Tag der Red Bull Rookies Cup Sichtung am Sachsenring die Finalplätze unter sich ausmachten.

Zeiten

Mathew Scholtz war unglaublich. Der hat dem ganzen Rest eine glatte Sekunde abgenommen. Entweder ging dem sein Bike wesentlich besser oder der ist der kommende Weltmeister. Hut ab jedenfalls vor seiner Leistung! Wenn ich versucht hätte diese Zeit zu fahren wäre ich garantiert runtergeflogen!

15.-16.9. Fürs Saisonfinale auf dem Biketoberfest in Oschersleben hatte ich mir nochmal was vorgenommen. Meister konnte ich wegen dem Sturz in Schleiz nicht mehr werden, aber der Vizetitel war noch drin. Wegen dem engen Zeitplan hatten wir nur ganz wenig Training und es war nicht einfach, eine schnelle Runde hinzudrücken. Da der Rene Dünki auch noch in der 600er Klasse fuhr, hatte er viel mehr Training und mir deshalb gleich eine Sekunde aufgebraten. Trotzdem stand ich als zweitbester 125er Fahrer in der gleichen Reihe wie er. Ach ja, wir sind wieder mit den 250ern in einem Feld gestartet. Ich sag´ das hier jetzt mal ganz deutlich - das ist der letzte Scheiß! Beim Start hat mich einer von denen aus der Reihe hinter mir ausbeschleunigt und ich bin das ganze Rennen nicht mehr dran vorbei gekommen. Ich hatte so noch einen Haufen Schwein, überhaupt noch Zeiter im ersten Lauf zu werden. Von hinten kamen immer mehr 125er aufgelaufen und wir fuhren im Pulk hinter dem Christian Scheel auf der 250er her, bis zwei abgeflogen sind! Klar hat der auch sein Bestes gegeben und ich will ihm noch nicht mal einen Vorwurf machen. Aber dass keiner von der Organisation einsieht, dass es Quatsch ist, dass ein 250er Fahrer der in seiner Klasse um Platz 7-9 fährt, die 125er Meisterschaft massgeblich beeinflusst, ist unverständlich und unsinnig. Wir sind doch dieses Jahr auch schon im Wellenstart gefahren. Die 125er starten dann im gleichen Rennen aber 30 Sekunden später und alles klappt einwandfrei. Funktionäre können manchmal so verbohrt sein!

Im zweiten Lauf war mir alles egal. Notfalls hätte ich vor der ersten Kurve gar nicht gebremst. Max Ernst, der Rene und ich hatten einen Superstart und kamen gleich vor die bedenklichen 250er. Wir drei sind ja auch in der Meisterschaft vorne und beharkten uns das ganze Rennen lang. Es war das beste des ganzen Jahres. Jetzt sah man auch, was wirklich für Zeiten gingen wenn wir freie Fahrt hatten. Ich fuhr über 2,5 Sekunden schneller als im ersten Lauf, obwohl man wegen der tief stehenden Sonne nicht mehr alles sehen konnte. Das wurde dann 3 Runden vor Schluß auch Max sein Verhängnis. In der schnellen, dreifachen Links sah er den Ausgang nicht, fuhr ins Gras und kam zu Sturz. Danach mochte Rene auch nicht mehr so richtig andrücken und so stand mein Sieg und der Vizetitel fest. Auf dem Podium haben sie zum ersten Mal die Nationalhymne für mich gespielt. Ich glaub´ mein alter Herr musste sich eine Träne verdrücken!

Oschersleben0023

Le Castellet - So viel Mühe sich Red Bull mit der Organisation fürs Finale auch gegeben hatte, am miserablen Wetter in Frankreich konnten sie leider auch nichts machen. Es hat am ersten Tag nur geregnet und so war die Fahrbahn wegen dem vielen Gummi auf dieser Autoteststrecke extrem rutschig. Beim Briefing vorher mahnten uns die Instruktoren deshalb, mit den Bikes entsprechend vorsichtig zu fahren. Sie hätten ja die Infos aus den trockenen Vorsichtungen und sie wollten Performance sehen und nicht, dass wir das Limit durch Abflüge ertasten. Das hat aber einige nicht abgehalten die 15 Bikes doch um ein paar zu dezimieren. Einer hat nach zwei Runden einen Totalschaden abgeliefert und ein Anderer kam sogar auf 3 Abflüge in 3 Trainings die wir bis Mittag des zweiten Tages hatten. Ich habe in den zwei Tagen kein Gefühl für den Grenzbereich gefunden und gehofft, dass der Wetterbericht stimmt und es irgendwann abtrocknet.

LeCastellet

2 Monate ohne Fahrpraxis haben nicht gerade geholfen auf dem Bike klar zu kommen

Metrakits

so langsam wurden die Bikes weniger und weniger

Die Mittagspause am zweiten Tag wurde dann verlängert. Es war inzwischen trocken geworden und die Mienen von Luca Grünwald, Toni Finsterbusch und mir hellten sich mit der herauskommenden Sonne auf. Das sollte sich aber schnell wieder ändern als die Organisatoren uns beim Mittagsbriefing erklärten, dass nicht mehr genügend Bikes für alle übrig waren und letztlich noch 22 um die zu vergebenden 12 Plätze fahren durften. So war es klar, dass nur noch Kevin und Tobias, die im Regen tüchtig anggegast hatten drin waren. Was uns aber gewundert hat, war, dass selbst die Sturzkönige noch weitermachen durften. Vielleicht hat eine Rolle gespielt, dass mit Markus Reiterberger und Daniel Kartheininger im Cup ja schon zwei Deutsche übernommen wurden, die in der abgelaufenen Saison gute Leistungen gezeigt haben und zwei aus einem Land auch genug sind für eine internationale Meisterschaft. Ich war jedenfalls sehr enttäuscht mein Können nicht mehr zeigen zu dürfen.

Mittlerweile habe ich mich aber damit abgefunden und wir versuchen das Geld für eine IDM Saison zusammen zu bringen. Ob wir es schaffen, werden die nächsten Wochen zeigen. Bitte drückt mir die Daumen dafür! 

Nico&Nico

Nico Thöni aus Österreich, mein alter Kampfgefährte vom Pocketbike hat es geschafft und fährt nächstes Jahr im Cup. Hier machen wir schon mal Promotion für Red Bull. Er ist wirklich sauschnell und ich weiß, dass er den Jungs nächstes Jahr ziemlich einheizen wird!

Saisonbilanz: 3 Siege, 4 zweite Plätze, 1 dritter Platz

1. Platz Mittelrheinmeisterschaft Klasse Strassenrennsport, 2. Platz 125er Meisterschaft im Sportbike Pokal, 2. Platz IGKK Meisterschaft bis 125ccm und 4. Platz im DMSB-Zweitaktpokal

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